Seit dem 09. April wird in Nordjyllands Kystmuseum der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

In Skagen, Bangsbo und Sæby wird die Ausstellung "Die Opfer des Nationalsozialismus" eröffnet, in der das Schicksal von 39 Menschen dargestellt wird, die den Folgen der nationalsozialistischen Ideologie zum Opfer fielen.

In der Ausstellung erfahren Sie etwas über Fischer, Widerstandskämpfer, Lehrlinge und viele andere. Ihnen allen gemeinsam war, dass sie in der Gemeinde Frederikshavn wohnten und zu Opfern der nationalsozialistischen Ideologie wurden. Die Ausstellung ist in den drei Museumsabteilungen in Skagen, Frederikshavn und Sæby zu sehen.

Kystmuseum Skagen – Küstenmuseum Skagen

Das Kystmuseum in Skagen zeigt die Geschichte der Opfer des Nationalsozialismus in Skagen und Ålbæk. Hier können Sie unter anderem etwas über Viggo Hansen erfahren, der 1944 von einem deutschen Offizier wegen eines Jungenstreiches erschossen wurde. Er war 18 Jahre alt, und heute heißt der Ort, an dem das geschah, "Viggo Hansens Plads".

Kystmuseum Bangsbo - Küstenmuseum Bangsbo

Im Kytmuseum in Bangsbo erzählen wir die Geschichte der Opfer von Frederikshavn und Strandby. Hier können Sie zum Beispiel etwas über Carl Vilhelm Røgild Nielsen erfahren, der zu den während der Besatzung verhafteten Polizisten gehörte. Nach seiner Verhaftung wurde er in das Gefangenenlager Mühlberg gebracht, wo er am 13. Januar 1945 aus unbekannter Ursache starb. 

Kystmuseum Sæby - Küstenmuseum Sæby

Das Kystmuseum in Sæby erzählt die Geschichte der Opfer, die in Sæby und Voerså lebten. Unter anderem die Geschichte des Widerstandskämpfers Arnold Christensen. Arnold war im Zusammenhang mit dem Tag der Befreiung am 5. Mai 1945 nach Aarhus gereist, wo er an den Straßenkämpfen auf dem Bispetorvet teilnahm. Während der Kämpfe wurde er von einem Schuss eines deutschen Soldaten in den Kopf getroffen. 

Über die Vergangenheit stolpern

Die Ausstellungen "Opfer des Nationalsozialismus" sind Teil eines größeren Projekts über die Opfer des Nationalsozialismus in der Kommune Frederikshavn, das von der Melsen-Stiftung unterstützt wird. Das Hauptziel des Projekts ist die Verlegung von sogenannten "Stolpersteinen" an mehreren Stellen in der Gemeinde Frederikshavn. Stolpersteine sind kleine Denkmäler in der Größe von Pflastersteinen. Sie können für all jene errichtet werden, die Opfer der Nazi-Ideologie und von Hitlers Drittem Reich wurden. Die Steine werden in den Gehweg vor der Wohnung oder vor dem Arbeitsplatz des Opfers eingelassen, der oftmals der letzte Ort ist, an dem sich die Opfer freiwillig aufgehalten haben.

Das Konzept der Stolpersteine stammt von dem deutschen Künstler Gunter Demnig. Es gibt mehr als 84.000 dieser Steine an mehr als 2.000 Standorten in ganz Europa. Die Stolpersteine sollen zum Nachdenken, Innehalten anregen – man könnte sagen, man soll über die Vergangenheit stolpern.

Der letzte Teil des Küstenmuseumsprojekts wird eine Buchveröffentlichung sein. Das Buch wird sich mit den Opfern und ihren Schicksalen sowie mit ihrem Hintergrund und ihrer Gegenwart befassen.

Die Ausstellung läuft das ganze Jahr 2022